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Safer Internet Day: Umfrage zum Thema Datensicherheit
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Reine Lippenbekenntnisse?

In einer Internet-repräsentativen Umfrage hat das Marktforschungsinstitut INNOFACT AG im Auftrag von Computacenter 1.090 Internetnutzer zwischen 16 und 69 Jahren zu ihrer Einstellung zum Thema Datensicherheit befragt. Die Kernfrage: Wie gehen die Deutschen nach der NSA-Affäre mit dem Thema Datensicherheit um? Das Ergebnis: Den Deutschen ist die Diskussion um den Umgang mit privaten Informationen im Web wichtig. 88 Prozent fordern strengere Richtlinien für Unternehmen und staatliche Organisationen wie Geheimdienste. Allerdings resultieren daraus kaum Verhaltensänderungen: Nur jeder dritte Nutzer gibt an, im Zuge der NSA-Affäre und nach den Berichten über Hackerangriffe mit persönlichen Daten sensibler umzugehen. Etwa zwei Drittel dagegen haben aus der Diskussion für sich keine Konsequenzen gezogen.

Sensibilisiert ja – aber kaum Verhaltensänderung

Die Sensibilisierung der Deutschen zum Thema IT-Sicherheit hat sich im Laufe der vergangenen zwei Jahre deutlich verbessert. Eine Umfrage zum gleichen Thema von Computacenter aus dem Jahr 2012 hatte ergeben, dass nur 73 Prozent der Befragten die Diskussion über den Umgang mit privaten Informationen im Internet für notwendig hielten und strengere Richtlinien forderten. Während vor zwei Jahren noch jeder Vierte diese Diskussion für übertrieben hielt, ist es heute nur noch etwa jeder Zehnte. Als Hauptgrund für den unveränderten Umgang mit persönlichen Daten, wird vor allem die fehlende Möglichkeit genannt, sich vor Angriffen effektiv zu schützen (42 Prozent, vor allem jüngere Befragte). 36 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie prinzipiell nichts zu verbergen haben.

2012 vs. 2014: Private Daten werden unverändert im Internet veröffentlicht

Unter den Befragten, die angegeben haben, prinzipiell Daten im Internet zu veröffentlichen, gibt mit 78 Prozent (2012: 81 Prozent) die große Mehrheit an, den Zugriff auf diese Daten einzuschränken, so dass nur wenige Personen volle Einsicht darauf haben. 18 Prozent (2012: 16 Prozent) schränken den Zugriff ein, und 5 Prozent (2012: 3 Prozent) ermöglichen allen Personen freien Zugang auf die Daten. 49 Prozent derjenigen, die ihr Verhalten geändert haben, geben an, weniger persönliche Daten im Netz preiszugeben. Dennoch hat sich bei der Frage, welche privaten Informationen die Deutschen ohne Bedenken im Internet veröffentlichen, im Vergleich zu 2012 nichts verändert: Das gilt für:

  • Vor- und Zuname (2014: 61 Prozent, 2012: 64 Prozent),
  • Geburtstag/-ort (2014: 41 Prozent, 2012: 40 Prozent),
  • Beziehungsstatus (2014: 37 Prozent, 2012: 38 Prozent)
  • und auch für eigene Fotos (2014 und 2012: 31 Prozent).

Ihren aktuellen Aufenthaltsort möchten hingegen mehr Befragte nicht im Netz preisgeben (2014: 91 Prozent, 2012: 86 Prozent). Da zahlreiche Smartphones und Apps den Aufenthaltsort automatisch aufzeichnen, ist fraglich, ob tatsächlich so viele Nutzer diese Funktion in der Praxis ausschalten oder nur darauf verzichten, ihren Aufenthaltsort aktiv anzugeben. Insgesamt 23 Prozent (2012: 22 Prozent) würden gar keine Daten bedenkenlos ins Internet stellen. Nach wie vor haben jüngere Befragte im Alter von 16-29 Jahren insgesamt betrachtet weitaus weniger Bedenken, Daten ins Internet zu einzustellen, als ältere Befragte.

Warum ändert sich nur wenig im Verhalten?

Die 65 Prozent der Befragten, die ihr Verhalten nicht verändert haben, gaben unterschiedliche Gründe dafür an. Als Hauptgrund für den unveränderten Umgang mit persönlichen Daten wird vor allem die fehlende Möglichkeit genannt, sich vor Angriffen effektiv zu schützen (42 Prozent, vor allem jüngere Befragte). 36 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie prinzipiell nichts zu verbergen haben. Jeweils 33 Prozent können sich nicht vorstellen, wer sich für ihre Daten interessieren könnte oder finden es zu aufwendig, ihr Verhalten umzustellen. Fast jeder Vierte (24 Prozent) gibt an, sich nicht gut genug auszukennen.

Ein Drittel hat etwas verändert – was genau?

Die 35 Prozent, die ihr Verhalten geändert haben, reagieren in erster Linie auf Bedrohungen durch Hacker-Angriffe. So gaben fast zwei Drittel (64 Prozent) von ihnen an, besser auf sicherere Passwörter, den Einsatz eines Virenscanners und regelmäßige Updates zu achten. Knapp jeder Zweite der Gruppe, die ihr Verhalten verändert hat, reagiert mit mehr Vorsicht, gibt weniger persönliche Daten preis (49 Prozent) oder verzichtet auf bestimmte Online-Dienste (40 Prozent). Nur jeder Fünfte verschlüsselt seine Daten.

Sechs Datensicherheitstypen

Innerhalb der Umfrage konnten sich die Befragten je einem von sechs Datensicherheitstypen zuordnen: Die Hälfte der Befragten schätzt sich selbst als arglos/naiv (13 Prozent), resigniert/realistisch (17 Prozent), unwissend (16 Prozent) oder passiv/bequem (4 Prozent) ein und sieht keine Möglichkeit oder Notwendigkeit, seine Daten im Internet besser zu schützen. Begründet wird dies mit zu wenig Ahnung von dem Thema (Typ unwissend), der Überzeugung, dass eine Verschlüsselung ihrer Daten keinen wirksamen Schutz darstellt (Typ resigniert/realistisch) oder der Annahme, dass ihnen schon nichts passieren wird, da sie „für Hacker vermutlich nicht interessant“ seien (Typ arglos/naiv). Dem passiv/bequemen Typ ist es schlicht zu umständlich, Passwörter zu vergeben und Daten zu verschlüsseln. Immerhin 17 Prozent ordnen sich der Gruppe der Experten zu, für die Datensicherheit die höchste Priorität hat und die sich mit Datenverschlüsselung und starken Passwörtern auskennen. Die restlichen 33 Prozent gehören zum durchschnittlichen Typus, der wichtige Daten verschlüsselt aber insgesamt nicht zu viel Aufwand betreiben möchte.

Deutsche von ihren Passwörtern überzeugt

Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass ihre verwendeten Passwörter sicher sind. Aber wissen die Nutzer eigentlich, wie ein sicheres Passwort aussieht? Erhebungen verschiedener Sicherheitsdienstleister zu den beliebtesten Passwörtern sowie die jüngsten Account-Hack-Skandale lassen eher das Gegenteil vermuten. Jeder vierte Befragte gibt sogar an, dass er nicht weiß, ob er sichere Passwörter verwendet – vor allem Frauen und ältere Befragte. Acht Prozent sind sich sicher, dass sie unsichere Passwörter verwenden. Dabei ist es auch für Nichtprofis relativ einfach möglich, ihre Geräte und Daten abzusichern. Dazu gehören starke und unterschiedliche Passwörter für verschiedene Online-Accounts, regelmäßige Updates von Software, Betriebssystem und Browser sowie ein aktueller Virenschutz.

Computacenter Securitystudie

 

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